Der Totensonntag 2012

Am Totensonntag bzw. Ewigkeitssonntag herrscht TanzverbotDer Totensonntag – auch Ewigkeitssonntag genannt – ist das evangelische Äquivalent zu Allerseelen. Er ist also ein spezieller Feiertag, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Schon seit dem 19. Jahrhundert findet er in Deutschland traditionell am letzten Sonntag vor dem Ersten Advent statt.

Anders als staatliche Feiertage, wie z.B. der Volkstrauertag, ist der Totensonntag nicht gesetzlich festgelegt. Dennoch unterliegt er in allen Bundesländern einem bestimmten Schutz bzw. bestimmten Einschränkungen, die in den Feiertagsgesetzen festgelegt sind. Als so genannter „Stiller Feiertag“ gilt am Totensonntag z.B. das Tanzverbot.

Wann ist Totensonntag?  – Bedeutung des Totensonntags

Der Totensonntag hat mehrere Namen und findet traditionell am letzten Sonntag vor dem Ersten Advent statt. Dieser Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, läutet der Feiertag damit doch als „Letzter Sonntag des Kirchenjahres“ das Ende und einen Neuanfang ein. Gleichzeitig spendet er als „Ewigkeitssonntag“ aber auch Trost gegen unsere Angst vor dem Sterben und erinnert als „Sonntag vom Jüngsten Gericht“ an das letzte Wort, das Gott über uns sprechen wird.

Der Totensonntag findet in den nächsten Jahren an folgenden Daten statt:

  • Totensonntag 2012: Sonntag, den 25.11.2012
  • Totensonntag 2013: Sonntag, den 24.11.2013
  • Totensonntag 2014: Sonntag, den 23.11.2014
  • Totensonntag 2015: Sonntag, den 22.11.2015

Ist am Totensonntag Tanzverbot?

Tanzverbot am TotensonntagBeachten Sie, dass am Totensonntag Tanzverbot herrscht. Das Tanzverbot erstreckt sich je nach Land entweder auf den ganzen Tag oder nur bestimmte Zeiten des Gottesdienstes:

  • BW: 03-24h
  • Bayern: ganztätig
  • Berlin: 04-21h
  • Brandenburg: 04-24h
  • Bremen: 04-17h
  • Hamburg: 06-17h
  • Hessen: 04-24h
  • Mecklenburg Vorpommern: 05-24h
  • Niedersachsen: 05-24h
  • NRW: 05-18h
  • Rheinland-Pfalz: 04-24h
  • Saarland: 04-24h
  • Sachsen: 03-24h
  • Sachsen-Anhalt: 05-24h
  • Schleswig Holstein: 04-24h
  • Thüringen: 03-24h

Neben dem Tanzverbot sind tagsüber meist auch jegliche gewerbliche, sportliche oder musikalische Veranstaltungen untersagt. Abends sind Veranstaltungen zulässig – allerdings nur, wenn sie dem Charakter des Feiertags entsprechen, also beispielsweise religiöse Lesungen oder Musikgruppen.

Museen, Kunstausstellungen, der Zoo oder ähnliche Veranstaltungen sind in den meisten Bundesländern auch am Totensonntag erlaubt.

Wie begeht man den Totensonntag und was muss man am Ewigkeitssonntag beachten?

Totensonntag BedeutungTraditionell besucht man am Totensonntag den Friedhof, um die Gräber der verstorbenen Liebsten oder Angehörigen zu schmücken. In den meisten evangelischen Kirchen finden dann spezielle Gottesdienste statt. Zum Klang der Glocke werden die Namen der Verstorbenen aus der Gemeinde verlesen und in die Fürbitte miteingeschlossen. Entsprechend dem Charakter des Feiertags soll das Verklingen der Gebetsglocke an die eigene Vergänglichkeit erinnern.

Der Totensonntag hat in der evangelischen Kirche die liturgische Farbe Grün, Allerseelen hingegen wird traditionell mit violett oder schwarz verbunden.

Weil um die Zeit des Totensonntags schon reger Weihnachtsbetrieb herrscht, wirbt die Kirche dafür, aus Respekt vor den Toten auf Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbeleuchtung o.Ä. an diesem Feiertag zu verzichten.

Wie alle sogenannten „stille Feiertage“ unterliegt der Totensonntag bestimmten Regelungen, die sich in den Feiertagsgesetzen der jeweiligen Länder wiederfinden. Eine Ausnahme ist Hamburg. Hier wird der Totensonntag nicht speziell als Trauer- oder Gedenktag deklariert, sondern ist im Hamburger Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage geregelt.

Geschichte des Totensonntags

Die Katholische Kirche hatte mit Allerseelen seit jeher einen speziellen Tag, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Allerseelen wird traditionell am 02. November eines jeden Jahres gefeiert.

Im Evangelischen Glauben wurde solch ein Feiertag lange abgelehnt. Grund dafür war das Evangelium des Matthäus 8,22, denn dort heißt es: „Lasset die Toten ihre Toten begraben“. Dies wurde so gedeutet, dass die Lebenden sich auf das Hier und Jetzt besinnen, das Reich Gottes verkünden und sich nicht an Vergangenes klammern sollen. Doch auch unter Vertretern der Reformation bestand der Wunsch nach einem besonderen Feiertag zu Ehren der Verstorbenen, sodass man sich diesem Gedanken im Laufe der Jahrhunderte immer mehr öffnete. So wurde 1540 der „Tag des Jüngsten Gerichts“ in die Brandenburger Kirchenordnung aufgenommen; später, im Jahre 1556, auch in Waldeck.

Doch erst drei Jahrhunderte darauf, genauer gesagt am 17. November des Jahres 1816, wurde der letzte Sonntag des Kirchenjahres zum offiziellen Feiertag erklärt. Initiator war Friedrich Wilhelm der III, König von Preußen. Um die Gründe für diese Einführung wurde viel Spekulation betrieben. Manche sagen, König Wilhelm der III. hätte den Totensonntag aus Trauer über seine verstorbene Gattin Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz eingeführt. Wieder andere sind der Meinung, der Feiertag sollte ursprünglich der Gefallenen im Befreiungskrieg gegen Napoleon gedenken. Jedenfalls bestand unter der evangelischen Bevölkerung ein so großer Wunsch nach einem Feiertag zu Ehren der Verstorbenen, dass der Totensonntag, der vom König ursprünglich als Kabinettsorder eingeführt worden war, schnell zum allgemeinen Feiertag erklärt und von der evangelischen Landeskirche übernommen wurde.

Seit dieser Zeit feiert man in Deutschland den Totensonntag. Die Entwicklung um den Feiertag macht deutlich, warum er mehrere Namen hat. So wird er auch „Ewigkeitssonntag“, „Letzter Sonntag des Kirchenjahres“, „Gedenktag der Entschlafenen“ oder „Tag des Jüngsten Gerichts“ genannt und mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen versehen. Gerade der Begriff Ewigkeitssonntag zeigt, welch wichtige Bedeutung dem Totensonntag auch heute noch zugemessen wird.

Übrigens feiert auch die katholische Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres einen speziellen Tag, nämlich das Christkönigsfest. Er dient der Erinnerung an die Macht und Herrlichkeit Jesu Christi. Gläubigen Katholiken wird an diesem Tag Ablass gewährt, wenn sie öffentlich das „Jesu dulcissime, Redemptor“ beten. Findet das Gebet nicht öffentlich statt, wird ein Teilablass gewährt.

Die Orthodoxe Kirche hat auch einen „Sonntag des Gerichts“, und zwar jedes Jahr traditionell am vorletzten Sonntag vor der Fastenzeit.

Wenn Sie dem Totensonntag 2012 Bedeutung verleihen möchten, können Sie zum Beispiel den Friedhof oder ein Kriegerdenkmal besuchen oder sich einfach im Kreise Ihrer Lieben an vestorbene Verwandte erinnern. Das Tanzverbot halten Sie wahrscheinlich ohnehin ein.

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